Funktionierendes Produkt · Open Source

Aerial View

Eine native macOS-App zur Datei-Kuration, die ich konzipiert, spezifiziert, gestaltet, getestet habe und heute täglich nutze—mit KI umgesetzt, während die Produktautorität menschlich blieb.

Eine Projektsammlung aus Dateien, die an ihren ursprünglichen Speicherorten bleiben.

Eine Datei kann zu mehreren Projekten gehören, ohne verschoben oder dupliziert zu werden

Kreative Arbeit verteilt Dateien über SSDs, SD-Karten, Projektordner, Exporte, E-Mail-Anhänge und Referenzsammlungen. Finder zeigt jeden Speicherort, aber nicht das ganze Projekt als zusammenhängende Arbeitsmenge.

Aerial View macht Projektzugehörigkeit zu einer Datenbankbeziehung. Dateien bleiben, wo sie sind. Die App hält belastbare Referenzen, lässt ein Element mehreren Projekten angehören und kann Dateien auf gerade nicht verbundenen Laufwerken weiterhin darstellen.

Ursprüngliche Produktgrenzen

  • Lokale Daten, kein Cloud-Sync.
  • Direkter Download und unsandboxed Distribution.
  • Eine Datei kann zu mehreren Projekten gehören.
  • Die App löscht niemals Originaldateien.
  • Wechseldatenträger werden per UUID statt Name identifiziert.
  • macOS 14 ist die Plattformuntergrenze.

Das erste Artefakt war eine gesperrte Entscheidungstabelle, kein Code

Bevor ein Gespräch mit KI begann, waren Datenmodell und langfristige Produktregeln bereits explizit: was ein Project ist, was ein Item ist, wie ihre n:m-Beziehung funktioniert und welche Grenzen das Produkt niemals überschreiten darf.

Als Umsetzungsgespräche in Richtung direkter Mail- oder Notes-Erfassung drifteten, machte die bestehende Regel—nur exportierte Dateien, keine Live-Erfassung—den Fehler sichtbar. Nicht das Modell schützte die Produktgrenze, sondern der Designer.

KI schrieb fast den gesamten Swift-Code. Ich verantwortete, was das Produkt tut, warum es so arbeitet und was es niemals tun darf—und setzte diese Entscheidungen während der gesamten Umsetzung durch.

Jede Funktion wurde gegen die reale, täglich genutzte Bibliothek geprüft. „Der Code kompiliert“ war niemals ein Ersatz für „Das Produkt lässt sich gut benutzen“.

Sammlungen werden in der App gepflegt; Alias-Ordner entstehen nur, wenn ein anderes Werkzeug sie braucht

Vor fünf Jahren wäre dies ein Mockup geblieben

Aerial View enthält heute eine lokale SQLite-Datenbank mit mehr als zwanzig aufeinanderfolgenden Migrationen, Security-scoped Bookmarks, die Datei-Verschiebungen überstehen, einen FSEvents-Ordner-Watcher, lokale natürlichsprachliche Suche und ein pfadsensitives Archivformat mit Prüfsummen.

Das sind keine dekorativen Implementierungsdetails. Jedes existiert wegen einer Produktanforderung: belastbare Identität, sichere Beobachtung, verständliche Suche, wiederherstellbare Organisation und langfristige Kontrolle über reale Arbeitsdaten.

Was KI erreichbar machte

  • Native SwiftUI-Umsetzung.
  • SQLite-Schema und Migrationen.
  • Security-scoped File Bookmarks.
  • Ordnerbeobachtung mit FSEvents.
  • Integration von Apple Foundation Models.
  • Atomare Schreibvorgänge und automatische Backups beim Beenden.

Ein destruktiver Vorfall wurde zum Produkt-Redesign

Ein Fehlklick in der Sidebar löschte einmal ein ganzes Projekt mit Organisation, Bewertungen, Tags und Struktur für 178 referenzierte Dateien. Die Originaldateien blieben sicher—Aerial View löscht sie nie—aber das kuratierte Projekt verschwand ohne Undo.

Ich stellte die Datenbank direkt über Time Machine wieder her. Die app-eigene Wiederherstellung konnte nicht helfen, weil bis dahin noch kein In-App-Backup erstellt worden war.

Die Ursachenanalyse zeigte zwei UX-Fehler: Projekt- und Kategoriezeilen lagen zu dicht beieinander, und der Kategorielöschung fehlte die Bestätigung, die für Projektlöschung selbstverständlich war.

Die Antwort war kein enger Patch. Bearbeitbare Eigenschaften wanderten in einen einzigen Inspector, mehrdeutige Pencil-Aktionen verschwanden, jeder Löschpfad verlangt nun eine Bestätigung und Aerial View erstellt bei jedem Beenden automatisch ein Backup. Reale Nutzung lieferte den Beleg; menschliches Urteil definierte, was „richtig behoben“ bedeutete.

Die Vision wurde nie ausgelagert. Die zuvor unerreichbare Umsetzung wurde möglich.

01 — Grenzen zuerst

Distribution, Datenhoheit, Dateisicherheit, Beziehungslogik, Laufwerksidentität und Plattformumfang wurden vor der Umsetzung entschieden.

02 — Drift korrigiert

Modellvorschläge wurden gegen die Produktregeln geprüft und verworfen, wenn sie Grenzen überschritten oder stillschweigend Verhalten erfanden.

03 — Realität entscheidet

Die App wird an realen Arbeitsdaten, Wechseldatenträgern, Fehlern, Restores und täglicher Nutzung gemessen—nicht am glattesten Demo-Pfad.

Die präzise Vision eines Produktdesigners wurde zu funktionierender nativer Software

Aerial View arbeitet heute neben card&board. Keine der Apps hängt von der anderen ab, doch die reale Nutzung der ersten offenbarte den Bedarf für die zweite—das deutlichste Zeichen für eine lebendige Produktpraxis statt einer Portfolioübung.